Es wird ziemlich eng für Viktor Orbán

Am 12. April 2026 finden in Ungarn Parlamentswahlen statt. Doch dieses Mal könnte es für den amtierenden Ministerpräsidenten Viktor Orbán zur Schicksalswahl werden, denn das Oppositionsbündnis TISZA führt deutlich vor Orbáns Fidesz.

Seit 2010 regiert Viktor Orbán in Ungarn. Damit ist er aktuell der Dienstälteste Regierungschef in der Europäischen Union. Orbán hat sich vor allem einen Namen gemacht, nachdem in den 2010er Jahren eine neue ungarische Verfassung zugunsten der Fidesz ausgerichtet wurde. Seitdem entwickelte sich Ungarn immer mehr hin zu einem eher autokratischen System.

Ob eine Wahl am ende dafür sorgt ob die illiberale Demokratie, so formulierte es Orbán einmal selbst, in Ungarn endet ist fraglich. So sind viele wichtige Positionen im Staat von Fidesz Anhängern oder Personen besetzt die dieser Partei nahe stehen. Dennoch könnte es für Viktor Orbán gefährlich werden, sollte es die Opposition schaffen nicht nur eine einfache Mehrheit zu gewinnen, sondern gleich eine Zweidrittelmehrheit. Dies gehört nämlich zu den Besonderheiten des ungarischen Wahlrechts nach den Reformen in den 2010er Jahren und seit 2022.

Rede von Viktor Orbán zum 178. Jahrestag der Revolution von 1848/49
Quelle: Kabinettsbüro des Premierminister

So ist es heute durchaus Möglich das eine Partei, wie Fidesz in der jüngeren Vergangenheit, etwas mehr als 50% der Stimmen erhält und durch das Mehrheitswahlrecht aber auf eine Zweidrittelmehrheit kommt. Dies passierte zum letzten Mal bei der Parlamentswahl 2022. Bei dieser erhielt Fidesz 54 Prozent der Stimmen und erreichte dank der 87 Direktmandate sowie den Listenmandaten eine Zweidrittelmehrheit. Begünstigt wird diese Position der Fidesz zudem, da in den Wahlkreisen eine einfache Mehrheit reicht damit ein Kandidat das Mandat gewinnt.

Durch Neuregelungen das Parteien in fast allen Wahlkreisen antreten müssen erschwert dies vor allem kleineren politischen Akteuren. Durch keine wirklich freien Medienlandschaft fehlt auch der Opposition ein weiteres Sprachrohr um ihre Politiken zu verbreiten. Daran hat sich auch in diesem Wahlkampf wenig geändert.

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